Dorf der Denker_innen?

Dorf der Denker_innen? IG Wien fordert Gleichstellung der Geschlechter

Gesellschaftliche Vielfalt muss abgebildet werden – Panels und Gremien haben Vorbildwirkung und Einfluss

Seit Beginn des Europäischen Forums Alpbach wird am Balkon der Unterkunft der Initiativgruppe Alpbach Wien (IG Wien) ein Transparent ausgehängt. Zu sehen: ein täglich aktualisierter ‚Spielstand‘. Die Webseite dorfderdenker.at dokumentierte die Zählstände bislang mit irreführenden Interpretationsvorschlägen wie „Zwetschkenknödel zu Spinatknödel“ oder „Reden zu Gewehrschüsse“ am Tiroltag.

Heute, am 21. August 2013, wird in einer Pressekonferenz verlautbart, dass es sich bei den Zahlen um das Verhältnis von Frauen zu Männern in offiziellen Veranstaltungen des Europäischen Forums Alpbach handelt. Gezählt wurden Rednerinnen und Redner sowie Moderatorinnen und Moderatoren. Nach Berechnungen der IG Wien beträgt der durchschnittliche Frauenanteil 25%, mit einem Tiefpunkt von 0% am Abschlusstag und einem Höchstwert von 42% am Tag 14 des dreiwöchigen Forums. Über die gesamte Dauer des Forums ist es Männern insgesamt 686 Mal, aber Frauen nur 230 Mal überlassen, ihre Positionen zu vermitteln.

Eva-Maria Titz, 22, Präsidentin der IG Wien, weist darauf hin, dass Gleichheit zwischen Männern und Frauen ein europäischer Grundwert ist. Vertreterinnen und Vertreter der IG Wien fordern daher: „Frauen und Männer müssen auf Podien und in Gremien des Forums gleichermaßen vertreten sein. Eine Quote, bei der kein Geschlecht mehr als 60% der Veranstaltungen stellen darf, wäre ein echter Fortschritt! Das EFA schreibt sich schließlich auf die Fahnen, sich für die Weiterentwicklung der Demokratie und für eine zukunftsfähige Gesellschaft einzusetzen.“

In diesem Sinn hat das EFA auch die letztjährigen Forderungen der IG Wien berücksichtigt (orf.at, Der Standard, Die Presse u.v.m. berichteten) und den Jugend- und Frauenanteil in den Perspektivgesprächen erhöht. Diese Bemühungen werden von der Initiativgruppe begrüßt, „damit kann aber nicht Schluss sein. Wenn es das Ziel des Forums ist, Dialog über alle Grenzen hinweg zu fördern, müssen sowohl Einladungspolitik, als auch tatsächliche Besetzung der Gremien und Podien die Gesellschaft in ihrer Vielfalt abbilden – dazu gehören auch Vertreterinnen der LGBT!“, so Philipp Haunschmid, heuer Erststipendiat der IG Wien. Die politisch übergeordnete und unabhängige Initiativgruppe vergibt jährlich Stipendien für das Forum, dessen Diversität sie erhöhen möchte. In den nächsten Tagen wird sich die IG Wien thematischen Ausführungen auf ihrer Website widmen, die ab heute zusätzlich via dorfderdenkerinnen.at erreichbar ist.

http://www.dorfderdenker.at
http://www.dorfderdenkerinnen.at

Media Coverage:

http://www.alpbach.org/medienakademie/en/diversity-at-efa-fischler-against-the-idea-of-a-fixed-quota/
http://www.alpbach.org/medienakademie/en/village-of-the-thinkerettes/
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/569928_Der-Chef-bin-ich-Fekters-Emanzipation.html
http://derstandard.at/1376534486982/Die-Liebe-zur-Weiterentwicklung-zu-Zeiten-des-Zwoelf-Stunden-Tages
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130821_OTS0165/dorf-der-denkerinnen-alpbacher-stipendiatinnen-stipendiaten-und-oeh-fordern-gleichstellung-der-geschlechter

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